Anfang 2026 arbeiteten rund 3.000 Juristinnen und Juristen in Deutschland mit Legora. Bei der Eröffnung des Münchner Büros Ende September waren es bereits mehr als 13.000. Besonders stark wächst die Nutzung in Rechtsabteilungen: Dort hat sich die Zahl der Nutzenden seit Januar verachtfacht.
Deutschland hat den Ruf, neue Technologien eher zögerlich aufzugreifen. Bei KI zeichnet sich ein anderes Bild ab: Kanzleien und Rechtsabteilungen setzen die Technologie mit bemerkenswertem Tempo ein.
Für den deutschen Markt reicht es nicht, KI ins Deutsche zu übersetzen. Sie muss auf das deutsche Recht und die Arbeitsweise juristischer Teams ausgerichtet sein.
In unseren Gesprächen mit Kanzleien und Rechtsabteilungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verändern sich die Fragen.
In ersten Tests von KI-Lösungen für den Rechtsbereich ging es vor allem darum, wie verlässlich KI bei Recherche, Analyse und Entwürfen unterstützt. Inzwischen beschäftigen sich die Teams zunehmend mit der Auswahl eines passenden Anbieters, der Einführung im Team und der Einbindung in bestehende Arbeitsabläufe.
Bei der Auswahl einer passenden Lösung zeigt sich in intensiven Pilotphasen, wie gut sie zum eigenen Arbeitsalltag passt. Teams bringen dafür ihre vorhandenen Unterlagen, ihr Wissen und ihre internen Vorgaben ein. Entscheidend ist, wie gut Legora diese Informationen nutzbar macht und sich an die Arbeitsweise des jeweiligen Teams anpasst: wie Ergebnisse aufbereitet werden, wie sie in die weitere Beratung einfließen und wie Kolleginnen und Kollegen damit zusammenarbeiten.

Was deutsche juristische Arbeit von KI verlangt
Wer Rechts-KI in Deutschland einführt, trifft auf konkrete fachliche Anforderungen. Das beginnt bei der Sprache. Eine juristische Stellungnahme auf Deutsch muss Fachbegriffe präzise verwenden, die relevante Fragestellung erfassen und eine nachvollziehbare Argumentation enthalten. Bei grenzüberschreitenden Mandaten kommen unterschiedliche Arbeitssprachen hinzu. Ein englischsprachiger Vertrag kann die Grundlage für eine deutsche Stellungnahme bilden, die anschließend mit einem internationalen Team abgestimmt wird. Eigene Vertragsmuster und frühere Stellungnahmen ermöglichen es Teams, Entwürfe in Legora an den fachlichen und sprachlichen Standards ihrer Organisation auszurichten.
Ebenso entscheidend sind die Rechtsquellen. Gesetze, Rechtsprechung und Kommentarliteratur bilden zusammen mit dem Wissen der jeweiligen Organisation die Grundlage juristischer Arbeit. Für KI-Anwendungen bedeutet das: Der Zugang zu relevanten Inhalten, erkennbare Fundstellen und die Möglichkeit zur Überprüfung müssen im Arbeitsablauf mitgedacht werden. Deutsche Fachverlage spielen deshalb auch bei der Entwicklung von Rechts-KI eine wichtige Rolle. Wer Module von Otto Schmidt abonniert hat, kann diese direkt in Legora nutzen.
Hinzu kommt der Umgang mit Daten. Kanzleien und Unternehmen benötigen konkrete Antworten darauf, wo Informationen verarbeitet werden, wer darauf zugreifen kann und wie ihre Verwendung geregelt ist. Datensouveränität und Vertraulichkeit gehören damit an den Anfang der Einführung.
Wer Rechts-KI für Deutschland auswählt, sollte ihre Qualität an deutscher juristischer Arbeit messen. Gute Ergebnisse im britischen oder US-amerikanischen Rechtskontext lassen sich nicht ohne Weiteres übertragen. Kanzleien und Rechtsabteilungen sollten deshalb anhand eigener Fälle prüfen, ob eine Lösung relevante deutsche Quellen einbezieht, juristische Begriffe präzise verwendet und ihre Ergebnisse nachvollziehbar belegt. Ebenso muss sie die Anforderungen der Organisation an Vertraulichkeit und Zusammenarbeit erfüllen.
Wie Rechtsabteilungen ihren KI-Einsatz weiterentwickeln
Nachdem sich der Nutzen für einzelne Mitarbeitende bewährt hat, wird die Organisation der Zusammenarbeit zur entscheidenden Aufgabe.
Die besonders stark wachsende Nutzung in Rechtsabteilungen lenkt den Blick auf deren Rolle im Unternehmen. Hier muss juristische Beratung Geschäftsbereiche und Länder miteinander verbinden und Entscheidungen im gesamten Unternehmen unterstützen.
In Rechtsabteilungen kommen mehrere Anforderungen zusammen. Häufig betreuen vergleichsweise kleine Teams ein breites Aufgabenspektrum: Vertragsarbeit, gesellschaftsrechtliche Fragen, regulatorische Entwicklungen und die laufende Beratung des Unternehmens. Bei international tätigen Organisationen erstreckt sich diese Arbeit über mehrere Rechtsordnungen.
In der Zusammenarbeit mit diesen Teams sehen wir, was die strategische Nutzung von KI konkret verlangt: Bewährte Anwendungen sollen für weitere Kolleginnen und Kollegen nutzbar werden. Bereits erarbeitete Einschätzungen sollen leichter auffindbar sein. Wiederkehrende Aufgaben sollen nach gemeinsamen Standards bearbeitet werden.
Zeitersparnis bei einzelnen Aufgaben ist ein zu enger Maßstab für den Nutzen von KI. Kürzere Abstimmungswege, weniger doppelte Arbeit und leichter zugängliches Wissen schaffen Raum für Aufgaben, bei denen juristische Erfahrung und Urteilsvermögen besonders gefragt sind: komplexe Risiken bewerten, Handlungsoptionen abwägen und wichtige Geschäftsentscheidungen frühzeitig begleiten.
Wie dieser Freiraum genutzt wird, ist eine Führungsaufgabe. Die Leitung der Rechtsabteilung muss Prioritäten setzen und die gewonnene Zeit gezielt einplanen: für die engere Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen, die Begleitung strategischer Vorhaben oder rechtliche Fragen, die im Tagesgeschäft bisher zu kurz kamen. Der Erfolg von KI zeigt sich damit auch daran, welchen Beitrag die Rechtsabteilung zu den Entscheidungen des Unternehmens leisten kann.
Wie Teams Wissen bündeln und Entwicklungen einordnen
Für diese Beratung muss das Wissen einer Organisation über einzelne Teams und Standorte hinweg nutzbar sein. Legora unterstützt Teams dabei, Wissen aus Verträgen, internen Richtlinien und früheren Einschätzungen zusammenzuführen. Kanzleien können so vorhandene Erfahrung für neue Fragestellungen nutzen; Rechtsabteilungen erhalten eine gemeinsame Grundlage für die Beratung über Geschäftsbereiche und Länder hinweg.
Neben dem vorhandenen Wissen müssen Teams auch neue regulatorische Entwicklungen berücksichtigen. Dabei geht es darum, deren Auswirkungen auf interne Richtlinien und strategische Vorhaben des Unternehmens einzuordnen. Mit Legora Monitors können Teams relevante Entwicklungen verfolgen und als Ausgangspunkt für die weitere Analyse nutzen.
So kann Rechts-KI dazu beitragen, Zusammenhänge früher sichtbar zu machen: Welche Veränderung betrifft mehrere Gesellschaften? Wo entsteht gemeinsamer Handlungsbedarf? Welche Erkenntnisse sind für eine Investition oder den Eintritt in einen neuen Markt relevant?
Damit dieses Potenzial im Alltag wirksam wird, brauchen Teams gemeinsame Arbeitsweisen und klare Zuständigkeiten. Sie müssen festlegen, wie Wissen bereitgestellt, Ergebnisse geprüft und neue Abläufe übernommen werden. Hier setzt die Zusammenarbeit mit unseren Legal Engineers an.
Wie Legal Engineers die Einführung begleiten
Unsere Legal Engineers bringen eigene juristische Praxiserfahrung mit. Sie verstehen die Anforderungen an eine belastbare Analyse und kennen die Abläufe in Kanzleien und Rechtsabteilungen. Gemeinsam mit dem Team klären sie, welche Aufgaben sich für den KI-Einsatz eignen, wie sich vorhandene Abläufe sinnvoll weiterentwickeln lassen und welche Unterstützung die Mitarbeitenden benötigen.
Die Begleitung entwickelt sich mit dem Team weiter. In der Einarbeitungsphase stehen das Ausprobieren, der sichere Umgang mit der Plattform und die Bewertung der Ergebnisse im Vordergrund. Wenn der individuelle Nutzen belegt ist, unterstützen Legal Engineers dabei, bewährte Anwendungen zu gemeinsamen Standards weiterzuentwickeln und im Team zu verankern.
Warum die Präsenz vor Ort zählt
Mit unserem Büro in München bauen wir diese Zusammenarbeit in der DACH-Region weiter aus. Der Standort bringt uns näher an unsere Partner und an juristische sowie technische Fachkräfte. Viele dieser Partnerschaften bestanden schon vor der Eröffnung. Auf ihnen bauen wir auf.
Persönlicher Austausch erleichtert es, Arbeitsweisen zu verstehen, Anwendungen gemeinsam zu entwickeln und Erfahrungen aus der Praxis aufzunehmen. Mit unserem Team in München erhält diese persönliche Begleitung nun eine dauerhafte Basis vor Ort. Gerade wenn Kanzleien und Rechtsabteilungen ihren KI-Einsatz ausweiten, gewinnt diese Begleitung an Bedeutung.
Wir erwarten, dass KI in den kommenden Jahren zu einem selbstverständlichen Bestandteil juristischer Arbeit in der DACH-Region wird. Mit der breiteren Nutzung werden die Erwartungen steigen: Gefragt sind Lösungen, die das Wissen einer Organisation erschließen und ganze Arbeitsabläufe unterstützen. Entscheidend wird sein, wie gut Kanzleien und Rechtsabteilungen diese Möglichkeiten in ihrer täglichen Arbeit verankern.

English
Legal AI in the DACH region: What matters now to law firms and legal departments
At the start of 2026, around 3,000 lawyers in Germany were working with Legora. By the time our Munich office opened at the end of September, that figure had already passed 13,000. Growth is particularly strong in legal departments, where the number of users has increased eightfold since January.
Germany has a reputation for taking its time with new technology. With AI, a different picture is emerging: law firms and legal departments are adopting it at a remarkable pace.
Legal AI for Germany needs more than a German-language interface. It must be built around German law and the way legal teams work.
The questions we hear in conversations with law firms and legal departments in Germany, Austria and Switzerland are changing. Early trials of legal AI focused mainly on how reliably AI could support research, analysis and drafting. Legal teams are now increasingly considering how to choose the right provider, introduce AI across the team and integrate it into existing workflows.
When choosing a suitable solution, teams use extensive pilots to assess how well it fits their everyday work. They use their existing documents, knowledge and internal guidelines as the basis for these pilots. What matters is how effectively Legora puts this information to use and adapts to the way each team works: how findings are presented, how they inform subsequent advice and how colleagues use them together.
What legal work in Germany demands of AI
Introducing legal AI in Germany means meeting specific professional requirements. Language is the starting point. A legal opinion written in German must use technical terms precisely, address the relevant legal question and present a clear line of reasoning. Cross-border matters add different working languages to the mix. An English-language contract may form the basis of a German legal opinion that is then discussed with an international team. Teams can use their own contract templates and previous legal opinions to align drafts in Legora with their organisation’s legal and language standards.
Legal sources are equally important. Legislation, case law and legal commentary, together with an organisation’s own knowledge, form the foundation of legal work. For AI applications, this means that access to relevant content, clear source references and the ability to verify results must be built into the workflow. German legal publishers therefore also play an important role in the development of legal AI. Subscribers to Otto Schmidt modules can use them directly in Legora.
Data handling is another consideration. Law firms and businesses need specific answers about where information is processed, who can access it and how its use is governed. Data sovereignty and confidentiality therefore need to be addressed from the outset.
Teams choosing legal AI for Germany should judge its quality against German legal work. Strong performance in UK or US legal contexts does not automatically translate to German practice. Law firms and legal departments should therefore test solutions on their own matters: do they draw on relevant German sources, use legal terminology precisely and provide traceable support for their findings? They must also meet the organisation’s requirements for confidentiality and collaboration.
How legal departments are developing their use of AI
Once AI has proved its value for individual team members, the key task becomes organising how the team works together.
The particularly strong growth in adoption among legal departments draws attention to their role within the business. Their legal advice needs to connect business units and countries and support decisions across the organisation.
Legal departments face several demands at once. Relatively small teams often handle a broad range of work: contracts, corporate law matters, regulatory developments and ongoing advice to the business. In international organisations, this work spans multiple jurisdictions.
In our work with these teams, we see what the strategic use of AI requires in practice: proven use cases need to become available to more colleagues. Previous assessments need to be easier to find. Recurring tasks need to follow shared standards.
Time saved per task is too narrow a measure of AI’s value. Smoother coordination, less duplication and easier access to knowledge create room for work that draws most on lawyers’ experience and judgement: assessing complex risks, weighing options and helping shape important business decisions from the outset.
How that capacity is used is a leadership decision. Legal department leaders need to set priorities and deliberately allocate the time gained: to closer collaboration with business teams, strategic projects or legal issues that previously received too little attention amid day-to-day demands. AI’s success should therefore also be measured by the contribution the legal department can make to business decisions.
How teams bring knowledge together and assess new developments
To provide this advice, teams need to be able to draw on their organisation’s knowledge across teams and locations. Legora helps them bring together knowledge from contracts, internal policies and previous assessments. This allows law firms to apply existing expertise to new questions and legal departments to develop a shared basis for advice across business units and countries.
Alongside existing knowledge, teams also need to account for new regulatory developments. This involves assessing their implications for internal policies and the company’s strategic initiatives. With Legora Monitors, teams can track relevant developments and use them as a starting point for further analysis.In this way, legal AI can help teams identify connections earlier: which changes affect several group companies? Where is a coordinated response needed? Which insights are relevant to an investment or entry into a new market?
To realise this potential in everyday work, teams need shared ways of working and clear responsibilities. They must agree on how knowledge is made available, results are reviewed and new processes are adopted. This is where their work with our Legal Engineers begins.
How Legal Engineers support adoption
Our Legal Engineers bring their own experience of legal practice. They understand what robust analysis requires and how law firms and legal departments operate. Together with the team, they identify which tasks are suited to AI, how existing workflows can be developed further and what support team members need.
This support evolves with the team. During the initial learning phase, the focus is on experimentation, using the platform confidently and evaluating results. Once the value for individual users has been demonstrated, Legal Engineers help turn proven use cases into shared standards and embed them across the team.
Change management also means listening to questions and concerns, involving those responsible and using feedback to guide further development. This creates an ongoing dialogue about what works in practice and where more support is needed. This close collaboration also shapes the expansion of our presence in Germany.
Our Munich office allows us to deepen this collaboration across the DACH region. It brings us closer to our partners and to legal and technical talent. Many of these partnerships were already in place before the office opened. We are building on them.
Face-to-face conversations make it easier to understand ways of working, develop use cases together and learn from practical experience. With our Munich team, this personal support now has a permanent local base. This support becomes increasingly important as law firms and legal departments expand their use of AI.
We expect AI to become a routine part of legal work across the DACH region over the coming years. As adoption broadens, expectations will rise: teams will look for solutions that make organisational knowledge accessible and support entire workflows. What will matter is how effectively law firms and legal departments embed these capabilities in their everyday work.



